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Gustav Johann Freiherr von Mengden * 1784 Riga 1856 Ingelheim Gustav Johann von Mengden entstammte einem livländischen Adelsgeschlecht, das seit 1653 dem Reichsfreiherrenstand angehört. Von Hause aus war er begütert und bekleidete bis 1815 hohe Staatsämter in seiner baltischen Heimat. Nach dem Tode seiner Ehefrau begann er ein unstetes Leben zu führen und wechselte häufig seine Aufenthaltsorte. Man kennt die Gründe nicht, die ihn veranlasst haben, sich 1836 in Ingelheim niederzulassen. Um 1838/39 beteiligte er sich an einem Konsortium zum Aufbau einer Kurhausgesellschaft in Bad Homburg. Das Projekt scheiterte. Stattdessen kaufte er 1840 von dem Binger Notar Faber den Klopphügel mit den Resten der Burg. Bevor es zu dem geplanten Wiederaufbau kam, wandte er sich einem weiteren Vorhaben in Ingelheim zu. Es gelang ihm 1849, ein auf dem historischen Gelände der Kaiserpfalz nördlich des Kaisersaals gelegenes Gebäude zu erwerben, das in der kurpfälzischen Zeit als Schaffnerei gedient hatte und vermutlich Teile der ehemaligen Kaiserwohnung umfasste. In den folgenden Jahren erweiterte er seinen Besitz noch um einige benachbarte Parzellen. Der Mainzer Altertumsforscher August von Cohausen hat im Jahre 1850 - vielleicht auf seine Anregung hin - die Anlage archäologisch untersucht. Man darf deshalb vermuten, dass dem Baron Mengden die wissenschaftlich betreute Denkmalpflege ein ernsthaftes Anliegen war. Seine Mittel reichten jedoch offenbar zur Finanzierung seiner Pläne nicht aus. Im Jahre 1855 sah er sich genötigt, sowohl den Binger als auch den Ingelheimer Besitz zu veräußern. Die Erwerber der Ingelheimer Immobilien waren Johann David von Harder und seine Frau Natalie. Möglicherweise waren die Käufer mit Baron von Mengden befreundet. Auf einem Ölgemälde von Charles M. Webb ist er als Bittsteller bei Frau von Harder dargestellt. Es ist deshalb zu vermuten, dass ihn Geldnot zu dem Verkauf bewogen hat. Im letzten Jahr seines Lebens wohnte er zur Miete. Sein Diener und ein Nachbar meldeten am 13. Mai 1856 seinen Tod auf dem Rathaus. Man muss annehmen, dass der vielseitig gebildete, kunstsinnige Mann, der in seinen Glanzzeiten gern die Geselligkeit gepflegt hat, völlig vereinsamt gestorben ist. Die wenigen, fast verblassten Spuren seines Lebens, denen Dr. Ernst Emmerling nachgegangen ist, ergeben nur ein unvollständiges Bild dieser schillernden, facettenreichen Persönlichkeit. Auf seinem Grabmal steht zu lesen: "Erkennet das Gute und richtet nicht nach dem Schein." Darin dürfte sich die Einschätzung seiner Freunde ausdrücken. Autorin: Margarete Köhler (entnommen dem Heft "2000 Jahre Ingelheim im Spiegel der Kunst - von den Römern bis zur Gegenwart")
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